Spontandemo vor der LUFA am 1.6.

Zahlreiche Menschen haben am 1. Juni mit einer Spontandemonstration für die sofortige und ersatzlose Schließung der LUFA (Landesunterkunft für Ausreisepflichtige oder auch "Ausreisezentrum" genannt) protestiert. Auch zahlreiche Insassen der Einrichtung beteiligten sich am Protest.
Die Bewohner der LUFA sind Flüchtlinge, die durch starken Druck zu einer "freiwilligen" Ausreise gebracht werden sollen. Weil man sie aufgrund fehlender Papiere nicht direkt abschieben kann, versucht man bei regelnmäßig stattfindenden Interviews oder Sammelvorführungen die Idenität der Flüchtlinge herauszufinden. Diese werden von Mitarbeitern der LUFA oder von Botschaftsangehörigen der vermuteten Herkunftsländer durchgeführt.
Die Flüchtlinge bekommen kein Geld und haben aufgrund der Residenzpflicht nicht die Möglichkeit, ihre Familie oder Freunde zu besuchen. Ohne Geld haben sie auch keine Möglichkeit, sich am sozialen Leben in Trier zu beteiligen und sind somit von einer aktiven Teilhabe und einem selbst gestalteten Leben ausgeschlossen.
Wieder einmal mehr zeigt hier eine unmenschliche und unmoderne Asylpolitik ihr Gesicht. Die SPD-Landesregierung könnte die Einrichtung schließen, denn ob es Ausreisezentren und Abschiebegefängnisse gibt, ist allein Sache der Bundesländer.
Bereits seit Jahren weisen wir den Innenminister Bruch auf die schrecklichen Umstände hin, unter denen häufig bereits traumatisierte Menschen hier leben müssen, ohne dass es dafür eine Notwendigkeit gibt. Bis heute ist unsere Forderung nach einer ersatzlosen Schließung des Ausreisezentrums nicht erhört worden.
Wir bitten Sie daher sehr herzlich, sich dem Trierer Appell zur Schließung der Einrichtung anzuschließen (siehe Text rechts) und zu zeigen, dass auch Sie sich für Trier und ganz Rheinland-Pfalz einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen wünschen. |